Das Programm „Minha Casa, Minha Vida“ (Mein Haus, mein Leben) ist zweifellos das größte Sozialwohnungsbauprogramm, das jemals in Brasilien umgesetzt wurde. Es wurde im März 2009 unter der Regierung von Präsident Lula ins Leben gerufen und hatte zum Ziel, den Zugang zu Wohnraum zu demokratisieren. Dazu wurden Subventionen und erleichterte Kredite für einkommensschwache Familien in städtischen und ländlichen Gebieten bereitgestellt.
Programmänderungen und -anpassungen
Seit seiner Gründung hat das Programm „Minha Casa Minha Vida“ Millionen von Wohnungen bereitgestellt. Bis 2024 wurden voraussichtlich rund 7,7 Millionen Wohneinheiten übergeben.
Andere Berichte sprechen von einer noch höheren Zahl von 8,4 Millionen ausgelieferten Einheiten, wobei es jedoch gewisse Abweichungen gibt.
Im Kontext des vorangegangenen Jahrzehnts gab es auch eine umfassende Überarbeitung des Programms, beginnend mit der Entstehung von Casa Verde e Amarela. Minha Casa Minha Vida (MCMV) wurde jedoch am 14. Februar 2023 wieder aufgenommen, wobei der ursprüngliche Name beibehalten und neue Richtlinien eingeführt wurden.
Neue Regeln und ehrgeizige Ziele für das MCMV (Minha Casa, Minha Vida-Programm).
Seit der Wiederaufnahme des Programms im Jahr 2023 wurden viele Änderungen vorgenommen:
- Die erste Einkommensklasse (Faixa 1) wurde wieder eingeführt und steht nun Familien mit einem monatlichen Einkommen von bis zu 2.640 R$ offen (zuvor waren es nur 1.800 R$).
- Sie erweiterten die Einkommensgruppen, die bedient werden: bis zu 8.000 R$ pro Monat in städtischen Gebieten und 96.000 R$ pro Jahr für ländliche Gebiete.
- Die zukünftige Nutzung des FGTS (Brasilianischer Abfindungsfonds) als Finanzierungsquelle wird seit April 2024 geprüft.
- Die Auslieferung von 21.000 Einheiten im Jahr 2023 sowie die Wiederaufnahme weiterer 22.000 stillgelegter Projekte und die Vergabe von Aufträgen für mehr als 500.000 neue Wohnungen sind geplant.
- Bis Ende 2024 hatte das Programm fast 1,2 Millionen Einheiten erreicht, und es wird prognostiziert, dass das Ziel von 2 Millionen bis 2026 erreicht (oder sogar übertroffen, nämlich 2,3 Millionen) werden könnte.
MCMV-Strukturstandards
Die Gebäude im Programm müssen Qualitäts- und Infrastrukturstandards erfüllen: Die Mindestfläche muss 40 m² für Häuser und 41,5 m² für Wohnungen betragen. Darüber hinaus müssen sie Zugang zu aufbereitetem Wasser, Strom, befestigten Straßen, Abwassersystemen und für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen geeigneten Einrichtungen haben.
Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen des Minha Casa Minha Vida-Programms.
Das MCMV-Programm (Minha Casa, Minha Vida – Mein Haus, mein Leben) hatte weitreichende Auswirkungen, nicht nur auf den Wohnungsbau, sondern auch auf soziale Belange und die brasilianische Wirtschaft. Es schuf direkte und indirekte Arbeitsplätze im Baugewerbe und kurbelte die Wirtschaft des Landes an. Zudem förderte es die soziale Stabilität, indem es viele Familien aus prekären Verhältnissen befreite und ihnen den Zugang zu grundlegender Infrastruktur ermöglichte.
Es förderte zudem die Stadtentwicklung und verbesserte die Anbindung der Regionen an öffentliche Dienstleistungen und den öffentlichen Nahverkehr. Das Programm beschränkt sich nicht nur auf Bauprojekte, sondern umfasst auch soziale Integration, Bürgerrechte und Würde und ermöglicht es unzähligen Familien erstmals, Vermögen aufzubauen und sich aus dem Teufelskreis der Armut zu befreien.
Die größten Herausforderungen dieser Leistung
Trotz seiner vielen Erfolge sieht sich das Programm weiterhin erheblicher Kritik ausgesetzt. Die periphere Lage stellt oft ein Hindernis dar; viele Neubaugebiete liegen weit außerhalb der Stadtzentren, was den Zugang zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungen erschwert. Darüber hinaus entspricht die Bauqualität nicht immer dem gleichen Standard, und in einigen Fällen treten Ausführungsmängel auf.
Neben den materiellen Problemen gibt es auch Fälle von Bürokratie und Verzögerungen. Die Auswahl- und Zuteilungsprozesse sind übermäßig komplex und erschweren den Zugang für die bedürftigsten Familien erheblich.
Wer kann an der Vergünstigung teilnehmen?
Im Jahr 2025 können Familien mit einem monatlichen Einkommen von bis zu 8.000 R$ in städtischen Gebieten oder einem jährlichen Einkommen von bis zu 96.000 R$ in ländlichen Gebieten am Programm „Minha Casa, Minha Vida“ teilnehmen. Die niedrigste Einkommensstufe (Faixa 1), die für die bedürftigsten Familien vorgesehen ist, umfasst ein monatliches Einkommen von bis zu 2.640 R$. Auch obdachlose Familien, alleinerziehende Mütter und Menschen mit Behinderungen können teilnehmen. Das Programm priorisiert diejenigen, die kein Eigentum besitzen, keine anderen Wohnprogramme in Anspruch genommen haben und die von der Gemeinde, dem Bundesland oder der Bundesregierung festgelegten Auswahlkriterien erfüllen.

